Tropical Islands verkauft: Zehn Fakten zum Deal mit dem Großinvestor

Das Tropical Islands im Landkreis Dahme-Spreewald.

Das Tropical Islands im Landkreis Dahme-Spreewald.

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imago/Rainer Weisflog

Krausnick -

Der größte Freizeitpark in Ostdeutschland – Tropical Islands bei Krausnick (Dahme-Spreewald) wird verkauft. Das gab das Unternehmen am Mittwoch bekannt. Die Anlage ging an einen der größten Parkbetreiber in Europa. Der Kaufpreis soll bei 226 Millionen Euro liegen. Hier die Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zu dem Deal.

Kommt dieser Deal überraschend?

Nein, seit geraumer Zeit sucht der bisherige Besitzer nach einem Investor, der den Mut hat, dort 300 Millionen Euro auszugeben. Die eigentlich geheimen Verhandlungen waren im April dieses Jahres öffentlich geworden.

Wer ist der bisherige Besitzer?

Die Firma Tisarl ist der Eigentümer von Tropical Islands, und diese Firma wiederum ist Teil des Tanjong-Konzerns aus Malaysia. Tanjong hatte im brandenburgischen Krausnick 2004 die größte freitragende Halle der Welt übernommen. Die Halle war eigentlich nicht für einen Freizeitpark gebaut worden, sondern dort sollen ursprünglich Luftschiffe gebaut werden. Doch das Vorhaben scheiterte. 

An wen wurde verkauft?

Die bisherigen Besitzer teilten am Mittwoch mit, dass sie mit der spanischen Parques Reunidos Group eine Übereinkunft getroffen haben. Wörtlich heißt es: „Demnach gehen 100 Prozent der Anteile an Tropical Islands an die spanische Unternehmensgruppe.“ Die Transaktion unterliege noch den kartellrechtlichen und üblichen Genehmigungen. Beide Seiten gehen davon aus, dass der Verkauf voraussichtlich im Februar 2019 abgeschlossen sein wird.

Wer ist der neue Besitzer?

Parques Reunidos – übersetzt etwa „Wiedervereinigte Parks“ – ist ein bereits 1967 gegründetes Unternehmen mit Sitz in Madrid. Die Firma betreibt Wasser-, Tier- und Freizeitparks. Die Firma wurde 2003 von einer US-Beteiligungsgesellschaft übernommen, die dann auch dafür sorgte, dass das Unternehmen europaweit investiert. Im Jahr 2007 übernahmen britische Investoren. Weltweit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 64 Parks, 30 davon befinden sich in Europa. Insgesamt wurden dort im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 19,6 Millionen Besucher gezählt. Das Unternehmen gilt als einer der weltweit führenden Betreiber von Themen- und Freizeitparks.

Hat sich der Käufer geäußert?

Richard Golding, Vorsitzender der Parques Reunidos Group, sagte zu dem Deal: „Wir sind erfreut, uns mit der Tanjong PLC geeinigt zu haben, die diesen einzigartigen Park entwickelt und zu einer starken Marke ausgebaut haben.“ Seine Firma werde aufgrund seiner umfangreichen Expertise im Management von mehr als 60 Freizeiteinrichtungen in 14 Ländern Tropical Islands künftig noch erweitern. „Wir erkennen Entwicklungspotential im Ausbau des gesamten Tropical Islands Resorts.“

Sind die Investoren bereits auf dem deutschen Markt aktiv?

Ja, die Firma übernahm 2010 den Freizeitpark Movie Park Germany bei Bottrop-Kirchhellen (Nordrhein-Westfalen) und im Februar 2018 den Freizeitpark Belantis in der Nähe von Leipzig, der vor einiger Zeit mit dem Spruch warb: „Berlins neuster Freizeitpark“. Dort wurden 64 Millionen Euro investiert und jährlich 600.000 Besucher gezählt.

Wie geht es bei Tropical Islands weiter?

Das Freizeitressort, 60 Kilometer südlich von Berlin mit etwa 1,2 Millionen Besuchern pro Jahr, will weiter in die Halle und das 630 Hektar große Außengelände investieren. So sind dort neben den vorhandenen Bungalows auch Hotels geplant. Mit 300 Millionen Euro soll in den nächsten Jahren die Bettenkapazität deutlich ausgebaut werden. Derzeit gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für 1900 Gäste. Die Firma hat die Erlaubnis, Unterkünfte mit bis zu 9000 Betten zu bauen. Tropical Islands hatte schon vor dem Verkauf die Absicht geäußert, in die Spitzengruppe der bundesweiten Freizeitparks aufzusteigen. Das könnte mit den geplanten Investitionen gelingen: Mit 9000 Betten würde man größer sein als der Europa-Park in Rust (Baden-Württemberg), dort gibt es 5000 Zimmer.

Wer sind die Hauptgäste?

Die Betreiber setzten bislang auf Gäste aus dem nahen Berlin, aus Brandenburg und auch aus Polen, weil es dort nichts vergleichbares gibt. Außerdem wurden Campingreisende aus Holland und Belgien umworben, die in Krausnick einige Tage wohnen und dann Abstecher nach Berlin, Dresden und der Spreewald machen.

Wie viele Leute arbeiten in Tropical Islands?

Die Landesregierung hat die Anlage mit 17,7 Millionen Euro gefördert - ausschließlich im Gründungsjahr als Anschubfinanzierung. Die Finanzspritze diente dazu, den Standort nach der Cargolifter-Pleite zu erhalten, denn auch für die Halle hatte das Land Fördergeld gezahlt. Die Millionen für Tropical Islands waren an den Erhalt von 500 Jobs gebunden. Diese Zahl hielt Tropical Islands immer ein. Derzeit sind dort mehr als 600 Leute direkt in der Halle beschäftigt, dazu kommen 150 Leute aus externen Service-Firmen. Für die neuen Investitionen sind keine Fördermittel beantragt.

Was ist die Idee hinter Tropical Islands?

Die ursprüngliche Idee war, dass Tropical Islands eine Art „Versuchsballon“ sein soll, ob die Idee eines überdachten Tropenparks mit Palmen, mit 25 Grad Lufttemperatur und einigen Pool und Restaurants angenommen wird. Wenn es sich rentiert, sollten ähnliche Anlagen in anderen europäischen Ländern entstehen.