Aufmarsch am 9. November: Linkes Bündnis will rechte Demonstration blockieren

Rechtextreme bei der Demo zum Todestag des Nazis Rudolf Heß am 19.08.2017 in Spandau.
Maurizio Gambarini/dpa
Berlin -
Linke und linksextreme Gruppen wollen eine Demonstration von Rechtspopulisten und Neonazis am 9. November verhindern. Indirekt fordern sie dabei auch den Einsatz von Blockaden und Gewalt. Der 9. November sei der 80. Jahrestag der Pogromnacht der Nazis, „deswegen rufen wir alle Berliner dazu auf, an diesem Tag alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um den Nazis nicht die Straße zu überlassen“, teilte das Berliner Bündnis gegen Rechts am Donnerstag mit. „Sich diesem Aufmarsch entgegenzustellen, ist gerade in Zeiten des wiedererstarkenden Antisemitismus für alle Pflicht.“
Polizei rechnet auch mit gewaltbereiten Rechten
Die zum Teil rechtsextreme Initiative „Wir für Deutschland“ hat unter dem Titel „Trauermarsch für die Opfer von Politik“ eine Demonstration mit 250 Teilnehmern angemeldet. Die Polizei geht davon aus, dass auch Mitglieder aus dem gewaltbereiten rechtsextremen Spektrum dabei sein werden.
Das Bündnis gegen Rechts warf dem Senat aus SPD, Linker und Grünen vor, „mit seiner jahrelangen Praxis der Absicherung von Nazi-Aufmärschen“ mitverantwortlich dafür zu sein, dass Berlin für Neonazis „ein attraktives Aufmarschgebiet darstellt“. Demonstrationsrouten würden nicht verraten und ganze Stadtteile abgesperrt.
Zuletzt hatten die rechtsextreme Initiative „Wir für Deutschland“ und ihre Unterstützer am 3. Oktober demonstriert. Etwa 2000 Menschen nahmen teil, darunter auch Neonazis, die vereinzelt Hitler-Grüße zeigten. (dpa)